Die Großprojekte

Werkschau mit Forschergeist

Mit Paavo Järvi, seit 2004 Künstlerischer Leiter, machte sich das Orchester auf den Weg zu einer vielfach ausgezeichneten musikalischen Entdeckungsreise. Das gemeinsame Vorhaben, sich ganzen Werkzyklen eines einzelnen Komponisten intensiv zu widmen und dieses akribisch zu durchdringen,  ist von bahnbrechenden weltweiten Erfolgen gekrönt. Den Anfang machten die Neu-Interpretationen der Sinfonien Ludwig van Beethovens, deren Konzerte und Einspielungen bis heute als maßstabsetzend gelten. Auf Beethoven folgte die Beschäftigung mit dem Werk Robert Schumanns, die ebenfalls in Triumphzügen um die Welt mündete. Das aktuelle Großprojekt des Orchesters in das sinfonische Werk von Johannes Brahms.

Beethoven

Der »beste Beethoven der Welt«

Eine erste bedeutende Wegmarke waren die als bahnbrechend gelobten Neuinterpretationen der Orchesterwerke Ludwig van Beethovens. Die Aufführungen aller neun Beethoven-Sinfonien als Gesamt-Zyklus elektrisierten das Publikum in Tokio, Yokohama (Japan), Lanaudière (Kanada), Strasbourg, Paris, bei den Salzburger Festspielen, beim Beethovenfest Bonn, in Warschau, São Paulo sowie in der Verbotenen Stadt in Peking, China.  Für die bei RCA erschienene CD-Einspielung ihres ›Bremer Beethovens‹ erhielt Die Deutsche Kammer­philharmonie Bremen zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Echo Klassik 2010.

Schumann

Ein »phänomenaler« Schumann

Im Anschluss an das ›Beethoven Projekt‹ widmeten sich das Orchester und sein Künstlerischer Leiter mit gleicher Leidenschaft und weltweitem Erfolg ihrem ›Schumann Projekt‹ – der Neuinterpretation sämtlicher Sinfonien Robert Schumanns. Nach sensationellen Erfolgen in Tokio und St. Petersburg wurden die Schumann Sinfonien im Jahr 2012 auch beim Beethovenfest Warschau sowie im Konzerthaus Wien zyklisch aufgeführt. Die CD-Einspielungen der 1. und 3 Sinfonie wurden vom Musikmagazin Gramophone unter den besten Schumanneinspielungen der letzten fünf Jahre gelistet. Die französische Musikzeitschrift Diapason zeichnete die letzte Einspielung mit ihrem renommierten Preis Diapason d’Or aus. Im Herbst 2012 erschien über das ›Schumann Projekt‹ eine vielfach ausgezeichnete TV-/DVD-Produktion der Deutschen Welle in Zusammenarbeit mit Unitel, arte und Radio Bremen.

Brahms

Erfrischend Brahms!

Seit 2015 steht Johannes Brahms’ sinfonisches Werk im Fokus der Zusammenarbeit mit Paavo Järvi und sorgte ebenso weltweit für Furore. »A Brahm’s revelation/Brahms Offenbahrung« schwärmte etwa die New York Times über die frische Lesart des hanseatischen Meisters. Alle vier Sinfonien wurden bereits in St. Petersburg, im Konzerthaus in Wien, beim Rheingau Musikfestival in Wiesbaden und zuletzt 2018 in Paris im Théâtre des Champs Elysées zyklisch aufgeführt. Im Oktober 2017 erschien die erste CD des Zyklus (Sony/RCA) mit der 2. Sinfonie sowie der Tragischen Ouvertüre und der Akademischen Festouvertüre, die im Oktober 2018 mit dem Opus Klassik prämiert wurde. Ein Höhepunkt des Brahms-Projektes war die Aufführung des Requiems am 10. April 2018 im Dom zu Bremen. Auf den Tag genau 150 Jahre nach Uraufführung des ›Ein Deutsches Requiem‹ (10. April 1868) im Bremer St. Petri Dom huldigten Die Deutsche Kammer­philharmonie Bremen und ihr Künstlerischer Leiter Paavo Järvi dem deutschen Komponisten. Im Oktober 2018 folgte die zweite CD mit der 1. Sinfonie und Variationen über ein Thema von Joseph Haydn. Im März 2019 erschien mit den Sinfonien drei und vier die dritte und letzte CD des Brahms-Zyklus.