Streicherphantasien
4. Kammerkonzert
Werke von Purcell, Williams, Brahms
Henry Purcell stellte sich um 1680 mit seinen ›Fantasien für Streichinstrumente‹ an das Ende einer langen Tradition, denn die musikalische Gattung der ›Fantasia‹ war schon im 16. Jahrhundert in England zur Blüte gelangt. Sein spezieller Zugriff beeindruckt durch die hohe kompositorische Kunstfertigkeit verbunden mit einer enormen Expressivität.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts setzte sich dann der englische Enthusiast William Wilson Cobbett für die alte, lange Zeit in Vergessenheit geratene Gattung ein. In seiner Begeisterung veranstaltete er Wettbewerbe und beauftragte renommierte Komponisten mit modernen Adaptionen. Vor diesem Hintergrund ist auch Ralph Vaughan Williams‘ ›Phantasy-Quintet‹ entstanden.
Obwohl Johannes Brahms 1890 entschlossen war, nach Beendigung des Streichquintetts G-Dur op.111 mit dem Komponieren aufzuhören, ließ sich seine musikalische Phantasie glücklicherweise nicht ohne weiteres in den Ruhestand versetzen und er schrieb in den Folgejahren noch weitere wegweisende Werke. Tatsächlich aber klingt op. 111 in seiner wilden Mixtur aus Heiterkeit und Wehmut als eine Art Bilanz seines Schaffens.