Romantik trifft russischen Jazz
3. Kammerkonzert
Werke von Schubert, Ries, Karg-Elert und Kapustin
Vom menschlichen Leben in all seinen Facetten wusste Franz Schubert auf geniale und zutiefst berührende Weise zu singen. Immer wieder ragen seine Lieder oder Liedhaftes aber auch in seine Instrumentalwerke hinein: Sei es in den Variationen für Flöte und Klavier über jenes Lied aus der ›Schönen Müllerin‹, mit dem der unglückliche Müller seinen Abschied nimmt, oder sei es im As-Dur-Impromptu mit seinem lyrischen Hauptthema.
Insbesondere Schuberts ›Erlkönig‹ reizte spätere Generationen dagegen zu Bearbeitungen, wie Bernhard Cossmann, der 1890 eine Transkription für sein Instrument – das Violoncello – schuf. Im ›Erlkönig‹-Jahr 1815 komponierte Ferdinand Ries – Klavierschüler und enger Vertrauter Beethovens und selbst Schöpfer eines umfangreichen Œuvres – sein Flöten-Trio Es-Dur, das das virtuose Zusammenspiel der drei Instrumente in den Vordergrund rückt.
Mit jazzigen Rhythmen und Klängen von Nikolai Kapustin stellt das Konzert dagegen einen Künstler vor, der bereits in den 50er Jahren als Jazz-Pianist, Arrangeur und Komponist sein Moskauer Publikum begeisterte und doch erst zu Beginn des neuen Jahrtausends wirklich entdeckt wurde: äußerst vitale, hochvirtuose, mitreißende Musik!