Neues aus alten Formen
4. Kammerkonzert
Werke von Dvořák und Schubert
Noch kaum bekannt war Antonín Dvořák als er 1875 gleich eine ganze Reihe höchst inspirierter Werke vorlegte, darunter die Serenade op. 22. Original für Streichorchester komponiert, im 4. Kammerkonzert in einer Oktett-Bearbeitung erklingend, ist es ein Werk von einem beglückenden Melodienreichtum und einer geradezu serenen Heiterkeit, das Dvořák bewusst als Hommage an die großen Serenaden und Divertimenti Haydns und Mozarts dachte und doch sein ganz eigenes Kolorit hineingab: Eine verschwenderische Fülle an Themen, tänzerische Rhythmen, wie sie der Komponist so sehr liebte, aber auch eine zarte Innigkeit prägen dieses frühe Meisterwerk.
»Überhaupt will ich mir auf diese Art den Weg zur großen Symphonie bahnen«, schrieb Schubert 1824 an seinen Freund Kupelwieser über sein neues Oktett – und komponierte eine Kammermusik, die sehr viel mehr als nur eine Studie zu einer Sinfonie ist: Als Pendant zu Beethovens Septett im Auftrag von Ferdinand Graf Troyer entstanden und mit seiner weiträumigen Anlage ebenfalls dem klassischen Divertimento verpflichtet, weist das Oktett mit seinem tiefernsten Charakter weit über eine Musik hinaus, die dazu bestimmt war, zu unterhalten.