»Meine Ruh ist hin«
1. Kammerkonzert
Werke von Brahms, Schubert, Bridge und Reutter
Äußerst reizvoll ist die Idee, einer tiefen Frauenstimme nicht nur ein Klavier, sondern auch noch den samtig-warmen Klang der Viola zur Seite zu stellen. Auf diese kam Johannes Brahms auf der Suche nach einem Geschenk für die Hochzeit Joseph Joachims, der nicht nur Geige, sondern auch Bratsche spielte, mit der Altistin Amalie.
Das Rückert-Gedicht ›Gestillte Sehnsucht‹ lieferte den passenden Titel für die Komposition, die 20 Jahre später mit dem das Weihnachtslied ›Joseph, lieber Joseph mein‹ zitierenden ›Geistlichen Wiegenlied‹ unter der Opuszahl 91 vereint einen humoristischen Gegenpart erhielt: ein gut gemeinter Therapieversuch für das längst krisengeschüttelte Eheleben der beiden Brahms-Freunde. Von den außergewöhnlichen Reizen dieser Trio-Besetzung leben aufs Schönste aber auch Frank Bridges drei dunkel gefärbte Lieder und Hermann Reutters dramatisch-expressive Oden op. 57.
Mit dem stilistisch kühnen c-Moll-Impromptu, dem 1. Satz aus der berühmten ›Arpeggione‹-Sonate sowie drei der bekanntesten Lieder von Franz Schubert rundet sich das Programm zu einem Konzert im faszinierenden Schwebezustand aus den so vielfältigen Facetten romantischer Sehnsucht, existentiellem Aufbegehren und hintergründigem Humor.