• Mo. 25.11.
  • 20.00 Uhr
  • Bremen
    ·Die Glocke

Dr Haydn’s London Academy

7. Premieren-Abonnementkonzert

Werke von Joseph Haydn

Ein Gentleman mit klaren Vorstellungen. Humorvoll und kenntnisreich. Gelassen und entschlossen. Als Sir Roger Norrington seine Karriere begann, konnte niemand ahnen, dass sein Name eines Tages fest in der Musikwelt verankert sein würde. Doch er hat es mit eigenen Ensembles ebenso geschafft wie mit den großen Orchestern der Welt. Ein Dirigent sei wie ein Koch, gesteht Norrington, er stelle nicht die Zutaten her, sondern er sorge, bei genauer Kenntnis der Basisregeln, für eine optimale Zubereitung. Sein oberstes Ziel sei es daher, einem Orchester Freude und Selbstvertrauen zu geben. Auf einen Nenner gebracht: Ernsthafte Heiterkeit – dafür steht der Name Norrington. Seit vielen Jahren darf sich Die Deutsche Kammer­philharmonie Bremen freuen, den britischen Dirigenten regelmäßig als Gast willkommen zu heißen. Inzwischen hat Norrington zwar die Zahl seiner jährlichen Auftritte reduziert, doch Bremen ist nach wie vor als feste Adresse in seinem Kalender verankert: Welcome again, Sir Roger!

Programm

    • Joseph Haydn (1732–1809)
    • Sinfonie Nr. 95 c-Moll
    • Joseph Haydn
    • Englische Lieder und Kanzonetten für Stimme und Klavier
    • Joseph Haydn
    • Sinfonie Nr. 98 B-Dur

Sopran

Julia Doyle

Julia Doyle gilt als ausgewiesene Spezialistin für das Barock-Fach. In Lancester geboren und aufgewachsen, tritt die Sopranistin heute weltweit mit namhaften Dirigenten und Ensembles auf, etwa mit Sir Roger Norrington, Frieder Bernius, Sir John Eliot Gardiner, Trevor Pinnock sowie dem BBC Philharmonic, der London Bach Society, dem Chor des Bayerischen Rundfunks oder dem Kammerchor Stuttgart. Weitere Höhepunkte ihrer Karriere waren gemeinsame Auftritte mit dem Royal Philharmonic, dem Scottish und dem Australian Chamber Orchestra. Ihr Debüt als professionelle Sängerin gab sie mit Händels ›Messias‹ gemeinsam mit The King’s Consort in der Londoner Cadogan Hall sowie mit dem Britten Sinfonia und dem Polyphony Chor im St John´s Square. Zu beiden Orchestern pflegt sie noch heute eine enge Beziehung.

In der vergangenen Saison trat Julia Doyle unter anderem in Toronto mit Mozarts ›C-Moll-Messe‹ auf, sie sang Vivaldis ›Juditha Triumphans‹ im Amsterdamer Concertgebouw und gastierte im Schloss von Versailles sowie im Theater an der Wien. Mit dem Chor des Bayerischen Rundfunks gab sie Händels ›Occasional Oratorio‹ und mit dem Rias Kammerchor den ›Messias‹. Zudem war sie auf einer Europa-Tournee mit dem Monteverdi Chor und Orchester. Erst kürzlich veröffentlichte sie ihre erste Solo-CD mit Werken von Purcell und gemeinsam mit dem Lautenisten Matthew Wadsworth.

Dirigent

Sir Roger Norrington

Sir Roger Norrington spielte bereits in jungen Jahren Geige und sang. Nach seinem Studium in Geschichte und englischer Literatur sammelte er zunächst einige Jahre musikalische Erfahrungen mit erstklassigen Amateuren, bevor er schließlich zu seinen musikalischen Studien an das Royal College of Music in London zurückkehrte und eine professionelle Karriere als Sänger und Dirigent begann.

Im Jahre 1962 gründete er den Schütz Choir. 1969 wurde Roger Norrington als musikalischer Leiter der Kent Opera berufen. Die London Classical Players gründete er 1978, um die Aufführungspraxis mit Originalinstrumenten aus der Zeit von 1750 bis 1900 zu erforschen. Als Gastdirigent arbeitete er u. a. am Londoner Opernhaus Covent Garden, mit den Berliner und den Wiener Philharmonikern sowie mit den Orchestern von New York, Boston, Chicago und Cleveland.

Sir Roger Norrington war Chefdirigent des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart und der Camerata Salzburg. An beiden Wirkungsstätten hat er einen historisch informierten Aufführungsstil in einem ›modernen‹ Umfeld etabliert.

Mit der Deutschen Kammer­philharmonie Bremen verbindet ihn eine langjährige und freundschaftliche Zusammenarbeit.

Hammerflügel

Rebecca Maurer

Auf Hammerflügel wie Cembalo gleichermaßen beheimatet, ist Rebecca Maurer gern gesehener Gast bei internationalen Festivals, wobei vor allem ihre Gesprächskonzerte im deutschen wie im angelsächsischen Sprachraum auf große Resonanz stoßen. Als Solistin wie als Contiunospielerin musiziert sie mit namhaften Orchestern wie Les Musiciens du Louvre, dem Zürcher Kammerorchester, dem Royal Scottish National Orchestra sowie den Bamberger Symphonikern. 2009 übernahm sie den Fortepiano-Continuopart in Sir Roger Norringtons Einspielung der zwölf Londoner Sinfonien von Joseph Haydn mit dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR. Auf Einladung führender Musikhochschulen leitet Rebecca Maurer Meisterkurse für Cembalo und Hammerklavier (Royal College of Music London, Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien, Hochschule für Musik Nürnberg u.a.). 2001-2003 vertrat sie die Professur für Cembalo an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Als Spezialistin für historische Aufführungspraxis arbeitete sie im Auftrag des Bärenreiter Verlags an einer neuen Urtext-Edition der späten Klaviersonaten von Joseph Haydn mit. Rebecca Maurer gilt als herausragende Mozartinterpretin ihrer Generation, und so beeindruckte auch ihre Debüt CD ›Mozart und Beethoven auf der Reise nach Berlin‹ Kritik wie Hörerschaft gleichermaßen. Fand auch ihre zweite Solo-CD, eine Weltersteinspielung von Antonio Valentes Gesamtwerk für Cembalo ›Intavolatura de cimbalo‹ begeisterte Resonanz in der internationalen Presse, so wurde ihre CD ›En sol – Musique pour le Roi Soleil‹ darüberhinaus für den International Classical Music Award (ICMA) 2016 nominiert. Rebecca Maurer studierte Klavier, Cembalo und Hammerklavier in Freiburg und Amsterdam, sowie als Stipendiatin der Cornell University in den USA. 2013 wurde Rebecca Maurer mit einem Kulturförderpreis der hibou-Stiftung (Schweiz) ausgezeichnet.