| Nach seinem Karrierebeginn als Geiger erhielt Thomas Hengelbrock wichtige künstlerische Impulse durch seine Assistenztätigkeit bei Witold Lutoslawski, Mauricio Kagel und Antal Dorati sowie durch seine Mitwirkung in Nikolaus Harnoncourts Concentus musicus.
Das Freiburger Barockorchester, das er 1985 mitbegründete, spielte bis 1997 unter seiner Leitung; mit den Amsterdamer Bachsolisten arbeitete er von 1988-1991 und die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen wählte mit ihm 1995 erstmals einen festen künstlerischen Leiter. Mit der Spielzeit 2000/2001 wird Thomas Hengelbrock Musikdirektor der Volksoper Wien.
Neben seiner Tätigkeit an der Volksoper wird der Dirigent die Arbeit mit seinen beiden eigenen Ensembles fortsetzen: dem aus jungen Solisten bestehenden Balthasar-Neumann-Chor und dem gleichnamigen Ensemble. Mit ihnen realisiert Hengelbrock viele seiner außergewöhnlichen Konzert- und Musiktheaterprojekte, wie z. B. 1999 die "Italienischen Karnevalsmusiken". Das Jahr 2000 begann er mit einer großen Italien-Tournee mit Mozarts "Idomeneo", weiterhin ist eine Konzertreihe mit Werken "Aus der Nationalbibliothek von Johann Sebastian Bach" geplant. "Abenteuer Musik" heißt die Konzertreihe, die der Südwestrundfunk seit 1988 mit Hengelbrock und den beiden Ensembles durchführt. Seit seinem Operndebut bei den Wiener Festwochen 1993 mit Glucks "Alceste" hat Hengelbrock zahlreiche Opernaufführungen geleitet, einige davon in Zusammenarbeit mit dem Regisseur Achim Freyer. Galuppis "Der Philosoph auf dem Lande" und Cavallis "La Didone" wurden von ihm in Achiven wiederentdeckt und erstmals wieder aufgeführt. Jüngstes Beispiel dieser "Ausgrabungstätigkeit" ist die Legrenzi-Oper "La divisione del mondo", die 2000 in Schwetzingen und Innsbruck geplant ist. Halbszenische Aufführungen mit Literatur und Musik realisiert Hengelbrock gemeinsam mit dem Schauspieler Klaus Maria Brandauer - "Manfred" (Byron/ Schumann), "Peer Gynt" (Ibsen/Grieg) oder eine neue "Egmont"-Fassung (Goethe/Beethoven). Der Bogenschlag von der Alten Musik bis in die Gegenwart gelingt dem Dirigenten mit Uraufführungen zeitgenössischer Musik - u.a. von Benedict Mason, Marc-André Dalbavie, Yoram Paporic, Quigang Chen und Erkki-Sven Tüür. Thomas Hengelbrock folgt als Dirigent den Einladungen zahlreicher renommierter Orchester und gastierte u. a. bei den Wiener und Bamberger Symphonikern, dem Jerusalem Symphony Orchestra, den Rundfunksinfonie-Orchestern Berlin, Köln, Stuttgart, Kopenhagen, Hilversum und Luxemburg, dem Philharmonischen Staatsorchester Hamburg und der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen.
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