 | Was hat Dich zur Musik gebracht und warum spielst Du Dein Instrument?
Meine Eltern sind beide Musiker, von daher war der Weg nicht weit. Von Anfang hat mir das Orchesterspielen großen Spaß gemacht, es entstanden neue Freundschaften und Kontakte, die mein Leben sehr veränderten. Irgendwann gab es eine 3-wöchige USA-Tournee mit dem Musikschulorchester Bocholt. Das war ein sehr eindrückliches Erlebnis. Seit dem war mir klar, dass ich Musik zu meinem Beruf machen werde.
Wie bist Du neben der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen musikalisch aktiv?
Wir haben mit Mitgliedern des Orchesters das ›Ensemble Lesmona‹ gegründet, mit dem wir Kammermusikprogramme mit Kontrabass aufführen. Freiberuflich musiziere ich in anderen Orchestern wie dem Chamber Orchestra of Europe, und dem Freiburger Barockorchester, wo ich meiner Leidenschaft für Barockmusik auf historischen Instrumenten frönen kann!
Was machst Du wenn Du nicht Musik machst?
Ich tanze Tango Argentino und gehe zu Werder Bremen.
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Matthias Beltinger, Kontrabass (Foto: Julia Baier)
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 | Was ist das Besondere an diesem Orchester?
Die demokratische Grundstruktur ermöglicht ein selbstständiges, verantwortungsvolles Arbeiten, was weit über das bloße Musizieren hinausgeht und alle Belange, die solch ein Orchester betreffen, umfasst. Dieses ›Verantwortung übernehmen können‹ verschafft mir eine große Zufriedenheit in meinem Beruf. Das Gefühl, dass alle miteinander im selben Boot sitzen, überträgt sich offensichtlich auch auf unser Publikum. Durch die sehr geringe Fluktuation hat sich das Orchester über einen langen Zeitraum hinweg einen sehr individuellen Musizierstil und besonderen Klang erarbeiten können.
Welche CD der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen gefällt dir am Besten und warum?
Die Aufnahme der 9. Sinfonie von Beethoven unter Paavo Järvi, die 2009 erschienen ist, gefällt mit besonders gut! Insbesondere der 4. Satz, zu dem ich die längste Zeit keinen Zugang gefunden hatte, kommt in seiner Verrücktheit und Vielfalt besonders zu seiner verdienten Geltung. Diese Aufnahme platzt förmlich vor Energie!
Was hat sich für Dich durch den Umzug in die (neuen) Räumlichkeiten in die Gesamtschule Bremen-Ost (GSO) verändert?
Die GSO ist eine besondere Schule mit einer sehr engagierten Schulleitung und Lehrerschaft, und offenen und freundlichen Schülern. Die räumliche Nähe unseres Probensaals zur Schule befördert einen intensiven Kontakt zu Schülern und Lehrern der GSO. Es vergeht kaum ein Probentag, an dem nicht eine Schulklasse partizipiert. Durch gemeinsame Projekte wie die ›Melodie des Lebens‹, ›Faust II‹ oder ›Afrika kommt‹ (Mai 2010) entstehen tiefe Verbindungen zwischen zwei sehr unterschiedlichen Welten. Das sind neue Erfahrungen, die ich in meinem Leben nicht mehr missen möchte!
Durch das ›Faust II‹ - Projekt haben wir Tenever, das als ›sozial schwacher‹ Stadtteil Bremens einen schwierigen Ruf hat, ganz neu kennen gelernt. Hier herrscht eine Aufbruchstimmung, hier gibt es ein großes Engagement der Einwohner für eine lebendige Gestaltung ihres Lebensbereichs, hier findet man Neugier und eine große Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft. Die Aufführungen von ›Faust 2‹ und ›Afrika kommt‹ zwischen den Hochhäusern Tenevers hat viele verschiedene Lebensbereiche zusammengeführt und war ein unvergessliches Erlebnis für alle Beteiligten!
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