| ›Nicht diese Töne‹
Ludwig van Beethoven Sinfonie Nr. 9 d-moll op. 125
|  | 5. Highlight-Abokonzert
19.12.2008, 20:00 Uhr
Bremen, Die Glocke
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| Solisten
| Deutscher Kammerchor, Chor Paavo Järvi, Dirigent Christiane Oelze, Sopran Lilli Paasikivi, Mezzo-Sopran NN, Tenor Matthias Goerne, Bariton
| Programm
| Die Ankündigung ›der Neunten‹ bedarf im Grunde keiner Erläuterung: Wenn sie erklingt, ist Feiertag oder zumindest ein Fest der Musik. Doch Popularität und Weihe hinterließen problematische Spuren. Viele scheinen zu wünschen, der beschwörende Schlusschor möge sofort erklingen. Was tun, um Beethovens sinfonisches Vermächtnis aus der Abnutzung als Moralinjektion zu befreien? Beethoven verfolgte lange den Plan, Schillers ›Ode An die Freude‹ zu vertonen. In der neunten Sinfonie steht sie am Schluss einer problematischen Wegstrecke und gebrochenen Faktur. Das Werk ist für Feierlaune zu komplex. Die Verarbeitung kontrastierender Themen durchschreitet Höhen und Tiefen eines Ringens um letzte Aussagen. »Alle Menschen werden Brüder« klingt wie eine Utopie, gegen deren Verwirklichung menschliche Erfahrung und Gegenwart stehen. Beethoven hat sich die Musik abgerungen, die Idee der Brüderlichkeit aus der Französischen Revolution ist befleckt. Die »notwendige Zerstörung vergangener Strukturen wird hier ins Subjektive verlagert«, erklärt Michael Gielen den Schmerz im Freudenchor.
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