 | Was hat Dich zur Musik gebracht und warum spielst Du Dein Instrument?
Mein musikalischer Werdegang begann in einem nicht musischen, aber sehr zur Unterstützung bereiten Elternhaus. Kurz nachdem man mir im Alter von 5 Jahren aus Versehen eine Blockflöte in die Hand drückte war mir klar, dass ich nichts weiter in meinem Leben werden möchte als Musiker. Musik war für mich das Schönste, was die Welt zu bieten hatte. Ich hatte sehr viel Glück mit meinen Lehrern, die mich allesamt motivierten und mir wertvolles beibrachten, um für mein Berufsleben gerüstet zu sein. Später durfte ich im Landes- Bundesjugendorchester und in der Jungen Deutschen Philharmonie erste Orchestererfahrung sammeln und endlich auch intensiven Kontakt zu ›Gleichgesinnten‹ pflegen. Die Bläserproben mit unserem damaligen Bläser-Dozenten Lutz Köhler sind mir bis heute in bester Erinnerung. Wir alle haben unendlich viel von ihm gelernt. Nach dem Abitur habe ich zunächst in Karlsruhe bei Prof. Renate Greiss-Armin und anschließend bei Prof. Peter-Lukas Graf in Basel studiert. Während und nach meiner Studienzeit lernte ich durch Praktika und Aushilfstätigkeit viele Berufsorchester kennen, bevor ich dann in meinem ›Lieblingsorchester‹ spielen durfte.
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Ulrike Höfs, Flöte (Foto: Julia Baier)
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 | Was ist das Besondere an diesem Orchester?
Das Besondere an unserem Orchester ist für mich immer wieder das ›an einem Strang ziehen‹ auf der Bühne. Egal wie konstruktiv die Probenarbeit war (immer etwas unterschiedlich, je nach Dirigent und/oder Konzentration der Musiker) am Abend stimmt der Energiefluss. Müdigkeit gibt es vielleicht vor oder nach, aber nie während eines Konzertes. Ich glaube jeder einzelne fühlt sich getragen durch dieses funktionierende Team. Da wir ein "basisdemokratisches" Orchester sind, werden die meisten Entscheidungen durch die Vollversammlung bestimmt. Diese Prozesse sind zeitintensiv, durch vorhandene (Gott sei Dank) starke Persönlichkeiten manchmal zermürbend, aber allermeistens konstruktiv. Vielleicht ist dies ein Grund dafür, dass wir dann die aus gemeinsamer Arbeit zwischen Programmausschuss, Büro, Vorstand, Vollversammlung entstandenen Projekte wirklich zu wertschätzen wissen, um dann die Hauptsache zu leben, weshalb wir auf der Welt sind: mit Leib und Seele Musiker zu sein.
Was ist der Anreiz für dich pädagogische Projekte zu machen?
Da meine Eltern beide keine Musiker sind, weiß ich wie wichtig es für Kinder ist von außen Anregungen zu erhalten. Es bereitet mir großes Vergnügen ›meine Schönste Sache der Welt‹ (und unser gemeinsames wertvolles Kulturgut) weiter zu vermitteln. Ich freue mich immer riesig über strahlende Kinderaugen und die Begeisterungsfähigkeit unseres jungen Publikums.
Was war das schönste Erlebnis in der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen für dich?
Es gibt unendlich viele musikalische Highlights während meiner DDKPh-Zeit, eines der schönsten und wichtigsten vielleicht unser erster Beethoven-Zyklus in Japan (Yokohama) mit Paavo Järvi, der vielen von uns die letzten Kraft-Reserven abverlangte und nach der abschließenden 9. in freudig-erschöpftes Feiern mündete. Aus anderen Gründen ist mir eine Tournee im Gedächtnis geblieben, die im heißen Sommer 2002 von Berlin aus mit dem Charter startete (der viel zu klein für all unsere Sachen war und die Tour-Begleiter in unlösbares Problem-Chaos stürzte) und uns nach Italien und Frankreich führte. In Rom hatten wir so weit ich weiß das 5. Konzert, und die Pasta, die wir dort unter sonnigem Himmel aßen sind mir bis heute in allerbester Erinnerung, da wir in den voraus gegangen Tagen, abgesehen von dürftigem italienischen Hotelfrühstück und magerem Catering im Flugzeug, wegen der immer wieder großen Verspätungen an den Flughäfen gerade so die Konzertsäle erreichten aber keine Möglichkeit hatten uns Essbares zu besorgen.
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