| ›Die‹ Neunte
Ludwig van Beethoven Sinfonie Nr. 9 d-moll op. 125
|  | 2. Schnupper-Abokonzert
28.08.2008, 20:00 Uhr
Bremen, Die Glocke
| 
| Solisten
| Deutscher Kammerchor, Chor Paavo Järvi, Dirigent Christiane Oelze, Sopran Annely Peebo, Mezzo-Sopran Steve Davislim, Tenor Matthias Goerne, Bariton
| Programm
| Die menschliche Stimme als zusätzlicher Ausdrucksträger in einer Sinfonie - mit dieser Idee hatte Beethoven lange sympathisiert. In der Neunten ist es soweit. Bevor sich der Gesang zur Freudenmelodie findet, sind allerdings Dissonanzen zu bewältigen. Auf diesem Weg sprengt das Werk alle Formengrenzen. Die Aufnahme beim Publikum hat dies nicht befördert. ›Montrös‹ und ›trivial‹ lauteten die harmloseren Urteile. Bei der Leipziger Erstaufführung lächelte man. Noch 65 Jahre nach der Uraufführung dirigierte Hans von Bülow die Sinfonie zweimal hintereinander. Immerhin wollten immer mehr Dirigenten das Ausnahmewerk durchsetzen. Inzwischen ist die Neunte zum Standardprogramm für die höchsten Feier- und Gedenktage geworden. Thomas Mann propagierte eine ›Zurücknahme‹ des Klassikers, damit Idee und Musik nicht verschlissen würden. Das beste Argument für das grandiose Werk ist die Konzentration auf sein musikalisches Potenzial. Dazu braucht es keinen äußeren Anlass. Bei Paavo Järvi ist Beethoven damit bestens aufgehoben.
|
|  |